Ablösung einer Softwareverteilung auf Basis Ivanti DSM innerhalb einer Vergabefrist. Überführung des vollständigen Paketbestands in ein plattformunabhängiges Format, ohne Migrationsprojekt.
Ausgangslage
Eine Organisation der öffentlichen Verwaltung mit rund 1.800 Clients wollte ihre Softwareverteilung auf Basis von enteo NetInstall, heute Ivanti DSM, ablösen. Der über Jahre gewachsene Bestand umfasste 643 Pakete, die vollständig weiterverwendet werden mussten.
Zwei Anforderungen standen im Vordergrund. Erstens der Zeitrahmen: eine laufende Vergabefrist ließ kein mehrmonatiges Migrationsprojekt zu. Zweitens die Zielsetzung, die Pakete nicht erneut an ein einzelnes Verteilsystem zu binden. Eine Neupaketierung in ein herstellerspezifisches Format hätte beim nächsten Plattformwechsel denselben Aufwand erneut ausgelöst.
Für eine vollständige Neupaketierung wären bei einem Erfahrungswert von rund fünf Stunden je Paket etwa 400 Personentage angefallen. Diese Kapazität stand innerhalb der Frist weder intern noch extern zur Verfügung.
Lösung
ceterion hat den Paketbestand mit einem standardisierten Konvertierungsverfahren in das ceterion Packaging Framework überführt. Die Pakete liegen dort in einer modularen, PowerShell-basierten Struktur vor, in der Installationslogik und Metadaten getrennt sind.
Dieser Aufbau ist die Grundlage für die geforderte Unabhängigkeit. Dieselbe Paketdefinition lässt sich über Microsoft Intune, MECM oder Recast Application Workspace bereitstellen. Im vorliegenden Fall ging der Bestand anschließend auf eine Deployment-Plattform außerhalb des Microsoft-Stacks. Der Nachweis der Plattformunabhängigkeit ist damit nicht theoretisch, sondern erbracht.
393 der 643 Pakete konnten unverändert übernommen werden. Die verbleibenden 250 wurden manuell nachbearbeitet. Der Gesamtaufwand einschließlich Analyse, Nacharbeit, Test und Produktivvorbereitung lag bei 20 Personentagen, verteilt auf zwei Mitarbeitende über 30 Kalendertage. Die Projektdauer war durch die Testzyklen bestimmt, nicht durch den Konvertierungsaufwand.
Ergebnis
- 20 Personentage tatsächlicher Aufwand gegenüber rund 400 bei manueller Neupaketierung
- 61 Prozent der Pakete ohne Nacharbeit übernommen (393 von 643)
- 30 Tage von der Beauftragung bis zur produktiven Übergabe
Der Paketbestand liegt in einem plattformunabhängigen, wartbaren Format vor und ist nicht mehr an das abgelöste Verteilsystem gebunden. Die Ablösung war innerhalb der Vergabefrist möglich, ohne zusätzliche Projektorganisation und ohne befristete externe Kapazitäten.
